Zuger Sportpreis
Géraldine Frey sprintet allen davon
Sechs Athletinnen und Athleten aus dem Kanton Zug treten an den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina an – vom Bob über Eishockey bis zu Slalom und Freestyle.
Endlich lassen sich die Schweizer Olympiahoffnungen hautnah verfolgen, während sie um Medaillen, Diplomplätze und persönliche Bestleistungen kämpfen. Um die Übersicht zu wahren, haben wir auf der offiziellen Seite von Swiss Olympic gezielt den Kanton Zug ausgewählt. So kommen wir auf sechs Athletinnen und Athleten, die in hier näher im Fokus stehen. Uns ist bewusst, dass es noch weitere Olympia-Teilnehmende mit Zuger Bezug gibt, doch für den Rahmen dieses Artikels konzentrieren wir uns bewusst auf diese sechs.
Mailand und Cortina sind bereit für die Olympischen Winterspiele 2026, die vom 6. bis 22. Februar stattfinden. Für die Schweiz treten insgesamt 175 Athletinnen und Athleten an, darunter sechs Zuger-innen und Zuger, die ihre Heimat oder Wahlheimat kantonal vertreten und auf der grossen Bühne um Top- Platzierungen kämpfen. Für die Sportfans im Kanton Zug wird es besonders spannend, denn hier leben echte Olympia-Hoffnungen – von der alpinen Piste bis zum Eisfeld.
Die Aufmerksamkeit gilt unter anderem Timo Rohner aus Cham, Pilot im Schweizer Bobteam. Der Sohn des Vizeolympiasiegers von Nagano 1998 hat sich knapp für das Aufgebot qualifiziert, obwohl er die Selektionskriterien nicht vollständig erfüllte. In den letzten Wochen stieg seine Formkurve jedoch deutlich an, sodass er nun mit seinem Team, den «Rohner Bulls», auf ein Diplom, also eine Platzierung in den Top 8, hoffen darf. Spannung verspricht auch der Viererbob mit Michael Vogt und Andreas Haas, die mit Erfahrung und Kampfgeist auf Medaillen hoffen. Ebenfalls spannend wird sein die Bobfahrerin Melanie Hasler zuverfolgen, welche in Cham trainiert.
Auch der Skicrosser Ryan Regez, offiziell wohnhaft in Zug, hat bereits 2022 olympische Gold-Erfahrungen gesammelt und gilt erneut als Medaillenfavorit.
Im Eishockey ist Rahel Enzler aus Unterägeri ein sicherer Rückhalt für die Schweizer Frauen- Nationalmannschaft. Die 25-Jährige glänzt nicht nur durch ihre Ruhe und Besonnenheit auf dem Eis. In zwei Saisons beim EV Zug hat sie keine einzige Strafe kassiert und übernimmt auch in der Nationalmannschaft zunehmend Verantwortung. Bei ihrem Olympia-Debüt 2022 in Peking erreichte die Schweizden fünften Rang; nun sollen die Erfahrungen aus der letzten Ausgabe helfen, einen Schritt weiterzukommen.
Mit Calvin Thürkauf aus Baar, ist eine weitere Medallien Hoffnung aus dem Kanton Zug auf dem mailänder Eis vertreten. Er wird in Mailand sein zweites olympisches Turnier bestreiten. Der 28- jährige Stürmer des HC Lugano bringt seine Erfahrung als Nationalspieler ein und wird hinter den NHLStars eine tragende Rolle übernehmen.
Auch in den alpinen Disziplinen ist Zug prominent vertreten: Matthias Iten aus Unterägeri hat sich im Slalom unter die besten Athleten der Welt gekämpft und startet hoch motiviert in Cortina. Sein Ziel: regelmässig den zweiten Lauf erreichen und im Idealfall ein Diplom abräumen.
Bei den Freestyle-Skiern tritt Noé Roth (Aerials) aus Baar an. Der zweifache Weltmeister geht als Medaillenanwärter in Livigno an den Start. Trotz einer schwierigen Weltcupsaison bleibt Roth gelassen und will seine Chance nutzen, um den nächsten Schritt in Richtung Olympia- Medaillen zu machen.
Die Vorfreude auf die Spiele wird von einigen kritischen Stimmen begleitet: Der Aufwand für die Austragungsorte ist enorm. In Mailand und Cortina wurden teils massive Investitionen in Sportstätten getätigt, die Umwelt ist darunter teils belastet. Einige Bauten werden erst kurz vor dem Beginn fertiggestellt, was zusätzliche Spannung erzeugt. Dennoch stehen für die Athletinnen und Athleten die Wettkämpfe, die Erlebnisse und die Chance, Schweizer Sportgeschichte zu schreiben, klar im Vordergrund. Für den Kanton Zug wird es in diesen zwei Wochen besonders emotional. Gleich sechs Sportlerinnen und Sportler sind direkt hier verwurzelt, ihre Leistungen werden nicht nur auf den Pisten und Eisflächen verfolgt, sondern zu Hause auch mit Stolz und Spannung. Ob im Bob, im Slalom, auf der Langlaufstrecke oder im Eishockey: Die Zuger Delegation tritt an, um Geschichte zu schreiben – und die Heimat zu repräsentieren. Für die Zuger Fans bleibt es ein einmaliges Erlebnis, die eigenen Athletinnen und Athleten hautnah bei den Olympischen Spielen mitzuerleben, mitzufiebern und die Medaillenhoffnungen zu teilen.
Die Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo versprechen grosse Bilder, neue Disziplinen und eine beeindruckende Kulisse zwischen Metropolenflair und Alpenpanorama. Mit insgesamt 116 Entscheidungen in acht Sportarten werden es die umfangreichsten Winterspiele der Geschichte. Erstmals ist Skibergsteigen olympisch, dazu kommen neue Mixed-Formate und Anpassungen im Wettkampfprogramm, die für mehr Gleichberechtigung sorgen sollen.
Gleich sechs Sportlerinnen und Sportler aus dem Kanton Zug treten an den Olympischen Winterspielen 2026 an.
Gleichzeitig stehen die Spiele aber auch unter kritischer Beobachtung. Kostenexplosionen bei Neubauten, Verzögerungen bei zentralen Wettkampfstätten und Fragen zur Nachhaltigkeit begleiten die Vorbereitungen seit Jahren. Besonders der Bau einzelner Arenen und Sportanlagen sorgte wiederholt für Diskussionen – ebenso die langfristige Nutzung nach den Spielen. Auch die weite Verteilung der Wettkampfstätten ohne zentrales olympisches Dorf stellt Athletinnen und Athleten organisatorisch vor Herausforderungen. Sportlich jedoch rückt all das in den Hintergrund, sobald das olympische Feuer brennt. Für die Athletinnen und Athleten – darunter auch jene aus dem Kanton Zug – bleibt Olympia der Höhepunkt einer Karriere. Mailand–Cortina 2026 wird damit nicht nur zur Bewährungsprobe für die Organisatoren, sondern vor allem zur grossen Bühne für sportliche Träume, emotionale Momente und Geschichten, die weit über Medaillen hinausreichen.
Michael Schwegler
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