Cham pusht Rudertalente
Zwei junge Ruderer aus Cham bekommen Schub für ihre sportliche Zukunft
Jeden Abend blicken die Wölfli auf den Tag zurück.
Hinter einem gelungenen Lager steckt viel Planung und Organisation. Der Zuger Marko Kozic ist seit 2026 als Pfadileiter tätig und erzählt, wie die Vorbereitungen ablaufen und was ihn dazu motiviert, jedes Jahr ein Lager auf die Beine zu stellen.
Meine Mutter hat mich mit 8 Jahren in die Pfadi geschickt, damit ich neue Leute kennenlerne, in der Natur bin und dass ich die Schweiz durch unsere Sommerlager entdecke.
Meistens etwa ein halbes Jahr vorher, wenn nicht noch früher. Es braucht Zeit, bis man ein Lagerhaus gefunden und das ganze Leiterteam koordiniert hat, sodass jeder weiss, was er zu tun hat.
Die Suche nach einem Lagerplatz oder Lagerhaus ist immer der erste Schritt, den man zu Beginn der Planung bewältigen muss. Wir geben uns Mühe, jedes Jahr an einen anderen Ort in der Schweiz zu gehen, – ausser wenn es uns wie dieses Jahr ins Ausland zieht - wo wir mit den Kindern noch nicht waren. Der Platz muss für die Kinder geeignet sein sowie mit dem ÖV und unseren Materialfahrzeugen gut erreichbar sein.
Nach Schweden wollten wir, weil der Sommer dort im Vergleich zu anderen Ländern in Europa milder ist. Unser Lagerplatz liegt direkt am Meer, wunderschön in der Natur und Sanitäranlagen gab es bereits vor Ort. So hatten wir die besten Voraussetzungen für zwei tolle Wochen Sommerlager.
Jedes Lager hat einen Roten Faden, den wir uns am Anfang überlegen. Das ist meistens eine Geschichte, die sich durch das ganze Lager zieht. Beispielsweise haben wir dieses Jahr einem schwedischen Fischerdorf geholfen, welches von bösen Gottheiten angegriffen wurde.
Basierend auf diese Roten Faden entstehen dann Spiele und Aktivitäten, welche die Geschichte vorantreiben. Meistens sind es sportliche Spiele, aber oft haben wir auch Blöcke, bei denen die Kinder etwas basteln oder ein Theater spielen.
Für mich persönlich ist die grösste Herausforderung, den Überblick zu behalten. Man muss viele Punkte gleichzeitig beachten, wie zum Beispiel den Transport, den Roten Faden, das Küchenteam organisieren, Material usw. Meistens läuft nicht alles nach Plan und man muss spontan andere Lösungen suchen. Zum Glück arbeiten wir im Team, sodass wir uns gut ergänzen und nichts Wichtiges vergessen wird.
Wir stehen je nach Vortag um ca. 8 Uhr auf und essen dann alle gemeinsam Zmorge. Danach finden schon die ersten Blöcke statt. Anschliessend folgt das Zmittag und bis zum Znacht gibt es weiteres Programm. Dieses ist immer abwechslungsreich. Je nachdem, wie weit die Lagergeschichte schon vorangeschritten ist, ändern sich die Aktivitäten.Traditionen haben wir im Sommerlager ganz viele. Die Kinder machen zum Beispiel nach jeder Mahlzeit ihre Ämtli, sodass der Lagerplatz sauber bleibt. Ein Favorit bei den Kindern ist die «Grüchtliwand» wo alle Gerüchte aufgeschrieben werden, die sich im Lager ergeben. Bei den Wölfli haben wir jeden Abend einen Tagesabschluss, bei dem wir in kleineren Gruppen über den Tag reflektieren und erzählen, was uns gefallen hat und was nicht, wie wir das Lager bis jetzt finden. Bei den Pfadis gibt es auch grössere Traditionen wie der «Fähndlilauf»: Dabei wandern die Kinder in ihren Quartiergruppen zwei Tage lang durch die naheliegenden Ortschaften und sammeln Posten - ohne sich von den Leitpersonnen erwischen zu lassen. Gewinner des Fähndlilaufs zu sein, ist jedes Jahr aufs Neue eine grosse Ehre.
Mein Highlight war, dass wir im Meer baden konnten, da unser Lagerplatz in Schweden direkt an der Küste war. Zudem sind einige mit dem Kanu gefahren und wir hatten sogar ein Sprungbrett, welches wir nutzen durften.
Ich persönlich geniesse die Zeit als Leiter im Vergleich zu meiner Zeit als Teilnehmer am meisten. Natürlich habe ich es als Teilnehmer auch geliebt, weil man nur mitmachen konnte und nichts planen musste. Dennoch finde ich es jetzt am schönsten, weil mir meine Freunde im Leitungsteam durch die vielen Jahre sehr ans Herz gewachsen sind und ich mit ihnen jedes Jahr etwas Tolles für die Kinder gestalten darf. Ausserdem ist es schön zu sehen, dass die Kinder Spass haben und mit einem Lächeln nach Hause gehen.
Ich bin seit 2014 eigentlich in fast jedem Lager dabei gewesen. 2018 waren wir in der Umgebung von Wolfenschiessen in Nidwalden. Dort hatten wir am Lagerplatz einen Pool, welchen wir benutzen durften. Ausserdem hat mein Fändli – meine Quartiergruppe - dieses Jahr den Fähndlilauf gewonnen.
Wir machen jedes Jahr ein Skilager mit der Pfadi. Dafür fahren wir immer nach Adelboden ins Berner Oberland und gehen eine Woche lang Ski oder Snowboard fahren.Für viele Kinder ist das ebenfalls ein Jahreshighlight. Und bei den Wölfen steht 2028 ein Sommerlager an: Da gehen alle Pfadi-Abteilungen des Kantons Zug gemeinsam ins Lager und verbringen eine oder zwei Wochen miteinander.
Mit acht Jahren trat Marko Kozic, in der Pfadi als Tolin bekannt, der Pfadi bei. Heute ist er selbst als Leiter tätig und leitet seit 2026 die Meute Wukai, welche die Quartiere Oberwil und Walchwil umfasst. Neben seinem Engagement in der Pfadi studiert er Chemieingenieurwesen an der ETH Zürich.
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