Zuger Sportpreis
Géraldine Frey sprintet allen davon
Auf dem Weg zu den Winterspielen 2038: Zug soll Eishockey-Hauptaustragungsort werden. Foto: Andreas Busslinger
Der Stadtrat der Stadt Zug bekräftigt seine Absicht, Zug als einen der Hauptaustragungsorte für die Eishockeyturniere der Olympischen Winterspiele Schweiz 2038 zu positionieren. Weitere Spieleorte sind Zürich und Lugano.
Der Stadtrat der Stadt Zug hat seine grundsätzliche Unterstützung für eine Beteiligung an den Olympischen und Paralympischen Winterspielen 2038 bekräftigt. Ziel ist es, Zug als einen der Hauptaustragungsorte für die Eishockeyturniere der Frauen und Männer zu etablieren. Voraussetzung für die weiteren Schritte auf lokaler Ebene ist ein Entscheid auf Bundesebene.
Aus Sicht des Stadtrats bietet eine Austragung olympischer Wettbewerbe in Zug die Möglichkeit, sportliche Grossanlässe mit gesellschaftlichen Werten zu verbinden. «Als Olympiastadt kann Zug zentrale olympische Werte wie Fairness, Respekt und Solidarität sichtbar machen und erlebbar werden lassen», sagt Stadtrat Etienne Schumpf, Vorsteher des Bildungsdepartements, dem auch der Bereich Sport angegliedert ist. Gleichzeitig könne ein solcher Anlass nachhaltige Impulse für den Sport, die Bevölkerung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen. Gemäss dem aktuellen Konzept für die Olympischen Winterspiele Schweiz 2038 sollen die Eishockeyturniere der Frauen und Männer dezentral an drei Standorten durchgeführt werden: in Zürich, Zug und Lugano. In Zug ist vorgesehen, dass insgesamt zehn Teams stationiert werden. Erwartet werden rund 240 Athletinnen und Athleten sowie etwa 140 Offizielle. Die Spiele sollen in der OYM-Hall ausgetragen werden, die über eine moderne Infrastruktur und Erfahrung mit internationalen Sportanlässen verfügt.
Die Kandidatur Switzerland 2038 verfolgt einen innovativen Ansatz: Die Schweiz möchte als erstes Land Olympische Winterspiele in einer konsequent dezentralen und nachhaltigen Form durchführen. Bestehende Sportanlagen sollen genutzt und neue Infrastrukturen nur dort realisiert werden, wo sie langfristig einen Mehrwert bieten. Damit sollen ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte gleichermassen berücksichtigt werden. Im Rahmen dieser Kandidatur ist eine finanzielle Beteiligung der Austragungsorte vorgesehen. Für die Stadt Zug ist aktuell ein Beitrag von insgesamt 7,7 Millionen Franken eingeplant. Dieser Betrag würde sich über zehn Jahre erstrecken und von 2028 bis 2037 jährlich 770’000 Franken betragen. Die vorgesehenen Mittel sind für lokale Leistungen im Zusammenhang mit der Durchführung der Eishockeyturniere bestimmt, etwa für Organisation, Infrastruktur, Sicherheit oder Begleitmassnahmen. Der Stadtrat strebt dabei eine partnerschaftliche Finanzierung gemeinsam mit dem Kanton Zug an. Ziel ist eine hälftige Kostenaufteilung zwischen Stadt und Kanton. Sollte sich der Kanton mit 50 Prozent beteiligen, würde sich der finanzielle Beitrag der Stadt Zug auf rund 3,85 Millionen Franken reduzieren. Die Finanzierung unterliegt den ordentlichen politischen Entscheidungsprozessen. Der Grosse Gemeinderat wird sich mit der Vorlage befassen, und je nach Ausgang ist auch eine Volksabstimmung möglich. Der Stadtrat betont, dass Transparenz und Mitsprache zentrale Elemente des weiteren Vorgehens sind. Bevor jedoch die politischen Prozesse auf kommunaler und kantonaler Ebene eingeleitet werden, ist ein Entscheid auf nationaler Ebene erforderlich. Das eidgenössische Parlament wird im Jahr 2026 darüber befinden, ob die Schweiz die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2038 durchführen soll. Erst nach diesem Grundsatzentscheid können verbindliche Beschlüsse in den potenziellen Austragungsorten gefasst werden. Derzeit befindet sich die Schweiz in einem sogenannten «privilegierten Dialog» mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Dies bedeutet, dass die Schweiz exklusiv und ohne Konkurrenz durch andere Länder ihre Kandidatur weiterentwickeln kann. Bis Ende 2027 hat sie Zeit, ein detailliertes Konzept auszuarbeiten und die erforderlichen politischen und organisatorischen Grundlagen zu schaffen.
Der Stadtrat der Stadt Zug sieht in der möglichen Austragung der Olympischen Winterspiele eine grosse Chance für die Stadt und die Region. Neben der internationalen Sichtbarkeit könnten langfristige Effekte für den Sportstandort Zug, den Nachwuchs sowie für Wirtschaft, Tourismus und Gesellschaft entstehen. Gleichzeitig betont der Stadtrat, dass eine Beteiligung nur unter klar definierten finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen infrage kommt.
Uwe Guntern
Lade Fotos..