Stadt Zug
Historische Kirche wird umfassend restauriert
Das Konzept soll für eine schrittweise Verbesserung der Schulwegsicherheit sorgen. Foto: AdobeStock
Die Stadt Zug legt ein umfassendes Konzept zur Schulwegsicherheit vor, dies als Antwort auf die Motion «Nachhaltig sichere Schulwege in der wachsenden Stadt Zug» vom Dezember 2023. Die Motion verlangte eine systematische Überprüfung der Schulwege sowie konkrete Massnahmen zur Verbesserung ihrer Sicherheit.
2024 führte die Stadt im Sinne eines Pilotversuchs eine umfassende Erhebung durch, bei der Eltern und Erziehungsberechtigte über ein digitales Tool insgesamt 745 Schulwege und 1'256 Meldungen zu Gefahrenstellen einreichten, die direkt in das geografische Informationssystem (GIS) der Stadt Zug integriert wurden. Diese Daten bilden die zentrale Grundlage für das neue Konzept. «Die starke Beteiligung der Bevölkerung zeigt, wie wichtig das Thema ist. Die Hinweise aus dem Alltag der Kinder ermöglichen uns eine präzise Planung», sagt Stadträtin Barbara Gysel, Vorsteherin des Departements Soziales, Umwelt und Sicherheit.
Das Konzept versteht Schulwegsicherheit nicht als abgeschlossenes Projekt, sondern als kontinuierlichen Prozess, der fortlaufend mit bestehenden Infrastruktur- und Bauprojekten verknüpft wird. Bereits heute werden bei Strassensanierungen Aspekte der Sicherheit eingehend geprüft; neu werden Daten und Rückmeldungen über die GIS Plattform «Schulwegsicherheit» und das Erfassungstool «Notiqo», das auf der Basis des Pilotversuchs entwickelt wurde, systematisch miteinander vernetzt. Das Werkzeug steht ab sofort zur Verfügung. Der öffentlich zugängliche Schulweginfrastrukturplan liefert zudem tagesaktuelle Informationen zu Schulwegen, sicheren Querungen, Baustellen oder Umleitungen.
Das Konzept hält fest, dass sich sichere Schulwege nicht allein durch bauliche Massnahmen erreichen lassen. Eltern und Erziehungsberechtigte spielen weiterhin eine wichtige Rolle, indem sie Kinder begleiten, instruieren und ihnen eine altersgerechte Verantwortung übertragen. Gleichzeitig wird empfohlen, auf Elterntaxis zu verzichten, da diese das Unfallrisiko erhöhen und Kindern wichtige Erfahrungen im Strassenverkehr vorenthalten. «Sichere Schulwege sind ein Gemeinschaftswerk. Wir schaffen die Rahmenbedingungen, doch Sicherheit entsteht erst, wenn die Stadt Zug sowie Schulen und Familien gemeinsam Verantwortung übernehmen », so Barbara Gysel. Mit dem neuen Konzept wird die Schulwegsicherheit in Zug künftig integrativer Bestandteil der Verkehrs- und Infrastrukturplanung. Die Stadt schafft transparente Prozesse, verbessert die departementsübergreifende Zusammenarbeit und stärkt die Beteiligung der Bevölkerung. Die Umsetzung erfolgt schrittweise und dauerhaft – mit dem Ziel, die Sicherheit für alle Kinder nachhaltig zu erhöhen.
Neben baulichen Massnahmen und Verkehrserziehung ist es entscheidend, dass Kinder konkrete Regeln für ihren Schulweg kennen und einüben. Ein zentraler Punkt ist die Bordstein-Regel: Der Bordstein dient als klare Stopp-Linie. Kinder sollten erst dann die Strasse überqueren, wenn sie sorgfältig in beide Richtungen geschaut haben – nach dem Prinzip «Links-Rechts-Links». Darüber hinaus sollten Kinder lernen, Gefahrenstellen zu meiden, insbesondere die sogenannten «toten Winkel» von Bussen oder Trams. Strassen sollten niemals direkt vor oder hinter Fahrzeugen überquert werden, da diese Bereiche für Fahrer schwer einsehbar sind. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Zeitpuffer: Kinder sollten früh genug losgeschickt werden, um Zeitdruck und Hektik zu vermeiden. Stress oder Eile führen oft zu unüberlegten Entscheidungen im Strassenverkehr. Eltern können ihre Kinder zudem begleiten oder in Gruppen gehen lassen, um Sicherheit und Selbstvertrauen zu stärken. Durch das Einüben dieser einfachen, aber effektiven Verhaltensregeln werden Kinder selbstbewusster und sicherer auf ihrem Schulweg – eine wichtige Ergänzung zu baulichen Massnahmen und digitalen Sicherheitsinstrumenten der Stadt. Zukünftig werden die gesammelten Daten über die GIS-Plattform «Schulwegsicherheit» regelmässig ausgewertet, um Gefahrenstellen gezielt zu beheben und Schulwege kontinuierlich anzupassen. Schulen und Eltern können die Plattform nutzen, um aktuelle Informationen zu Baustellen, Umleitungen oder besonders sicheren Routen einzusehen. Die Stadt plant zudem, die Rückmeldungen der Bevölkerung in weiteren Pilotprojekten noch stärker in die Verkehrsplanung einzubeziehen – ein Schritt hin zu einem dynamischen System, das auf den Alltag der Kinder reagiert und die Sicherheit messbar erhöht.
RED
Weitere Informationen und alle Werkzeuge rund um das Thema Schulwegsicherheit: www.stadtzug.ch/schulwegsicherheit
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