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Niederlage für den LK Zug
Im Jahr 2025 gingen in der Zentralschweiz rund 500 Jobs bei Industrieunternehmen verloren. Die Arbeitslosenquote stieg in der gleichen Zeit deutlich an. Dennoch kann nicht von einer Entspannung beim Fachkräftemangel gesprochen werden.
Der Fachkräftemangel bleibt in der Zentralschweiz trotz schwächerer Konjunktur deutlich spürbar. Besonders gesucht sind Ärztinnen und Ärzte sowie Fachkräfte aus Elektroberufen. Auch für den Kanton Zug bleibt die Sicherung qualifizierter Arbeitskräfte eine zentrale Standortfrage.
Der Arbeitsmarkt in der Zentralschweiz steht weiterhin vor einer schwierigen Aufgabe: Unternehmen finden in zahlreichen Berufen nur mit grossem Aufwand geeignetes Personal. Das zeigt der aktuelle Fachkräftemangel-Index der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ), der gemeinsam mit dem Amt für Wirtschaft des Kantons Zürich erstellt wurde. Für die Untersuchung wurde die Rekrutierungssituation in 100 verschiedenen Berufen ausgewertet.
An der Spitze stehen bereits zum dritten Mal in Folge Ärztinnen und Ärzte. Ebenfalls besonders schwierig gestaltet sich die Suche nach Fachkräften in Elektroberufen. Elektroinstallateurinnen und Elektroinstallateure gehören zu den am stärksten vom Personalmangel betroffenen Berufsgruppen. Auf dem dritten Rang folgen Fachkräfte für Elektronik und Telekommunikationstechnik.
Die starke Präsenz technischer Berufe in den vorderen Rängen fällt besonders auf. Telekommunikations- und Rundfunktechniker liegen auf Rang acht. Material- und ingenieurtechnische Fachkräfte belegen Rang zehn, Ingenieurinnen und Ingenieure der Elektrotechnik Rang 14. Für eine Region mit einer vielfältigen Wirtschaftsstruktur wie der Zentralschweiz ist diese Entwicklung von grosser Bedeutung. Auch im Kanton Zug, wo zahlreiche Unternehmen aus Technologie, Industrie, Dienstleistungen und verwandten Branchen tätig sind, ist der Zugang zu qualifizierten Fachkräften ein wichtiger Faktor für die weitere Entwicklung des Wirtschaftsstandorts.
Nicht nur technische Fachkräfte sind knapp. Auch im Gesundheitswesen bleibt die Situation angespannt. Neben den Ärztinnen und Ärzten auf Platz eins finden sich akademische und nichtakademische Fachkräfte aus Krankenpflege und Geburtshilfe auf den Rängen fünf und sechs. Weitere Berufe aus der Human- und Tiermedizin folgen zwischen Rang 17 und 20.
Damit zeigt sich, dass der Fachkräftemangel längst nicht auf einzelne Branchen begrenzt ist. Sowohl Unternehmen als auch Spitäler, Pflegeeinrichtungen und andere Institutionen stehen vor der Herausforderung, qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen und langfristig zu halten.
Für den Kanton Zug ist die Entwicklung besonders relevant. Der Wirtschaftsstandort ist eng mit den übrigen Zentralschweizer Kantonen verbunden. Unternehmen konkurrieren deshalb nicht nur innerhalb des eigenen Kantons um Fachkräfte, sondern zunehmend auch über die Kantonsgrenzen hinweg. Die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte wird damit zu einer wichtigen Voraussetzung für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.
Eine besondere Situation zeigt sich bei den Präzisions- und Kunsthandwerksberufen. Dazu gehören beispielsweise Uhrmacherinnen und Uhrmacher, Mikromechanikerinnen und Mikromechaniker oder Fachkräfte für die Herstellung von Schmuckwaren. Während diese Berufsgruppe in der schweizweiten Auswertung lediglich auf Rang 85 liegt, erreicht sie in der Zentralschweiz Rang 13. Zuletzt standen einer arbeitssuchenden Person drei offene Stelleninserate gegenüber.
Gleichzeitig hat sich die wirtschaftliche Lage in Teilen der Region verändert. Im Jahr 2025 gingen in der Zentralschweiz rund 500 Arbeitsplätze in Industrieunternehmen verloren. Parallel dazu nahm die Arbeitslosigkeit spürbar zu. Von einer nachhaltigen Entspannung beim Fachkräftemangel kann dennoch keine Rede sein.
Ein wesentlicher Grund liegt in der demografischen Entwicklung. In den kommenden Jahren werden zahlreiche Personen aus den geburtenstarken Jahrgängen pensioniert. Damit verlassen viele erfahrene Arbeitskräfte den Arbeitsmarkt, während deutlich weniger junge Menschen nachrücken. Für die Unternehmen bedeutet dies, dass sie sich langfristig auf einen härter umkämpften Arbeitsmarkt einstellen müssen. Ein wichtiger Ansatz bleibt die Aus- und Weiterbildung. Betriebe sind gefordert, junge Menschen auszubilden und bestehende Mitarbeitende gezielt weiterzuentwickeln. Gerade für den Wirtschaftsstandort Zug kann die Förderung eigener Fachkräfte dazu beitragen, die Abhängigkeit vom externen Arbeitsmarkt zu reduzieren. Gleichzeitig gewinnt die Produktivität an Bedeutung. Wenn weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, müssen Unternehmen Prozesse verbessern, digitalisieren und gezielt in moderne Technologien investieren. Ziel ist es, mit den vorhandenen Ressourcen effizienter zu arbeiten.
Unternehmen sind gefordert. Erstens müssen sie ihr grosses Engagement in die Aus- und Weiterbildung weiterführen. Zweitens entscheidet die Produktivität. Sie müssen investieren und Prozesse optimieren, dass mit weniger Ressourcen mehr hergestellt werden kann. Drittens ist die Politik gefordert. Ein wachsender Staatsapparat konkurrenziert die Privatwirtschaft um dieselben Fachkräfte, und administrative Auflagen binden Personal, das anderswo fehlt.
Uwe Guntern
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