Stadt Zug
Historische Kirche wird umfassend restauriert
Die verstopften Strassen in Baar und Zug beschäftigen die Menschen im Kanton. Aber auch die mangelnde Erschliessung ins Ägeri. Könnten Trams das Problem lösen? Vor 70 Jahren fuhren die letzten auf den Schienen.
Im Kanton Zug gibt es verkehrstechnisch zwei Welten. Zum einen die grossen Städte, die mit Zug und Bus sehr gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossen. Und dann gibt es das Zuger Hinterland. Zum Beispiel Menzingen. Mit dem Auto dauert die Fahrt von Zug aus eine Viertelstunde, mit dem Bus eine halbe Stunde. Gemäss Prognosen wird die Mobilität in den Räumen Ägeri und Zug weiter zunehmen.Zwei Projektgruppen sollen im Auftrag des Kantons und der Gemeinden eine Gesamtbetrachtung vornehmen. An Ideen mangelt es nicht. Auch die Idee von Tramlinien wurde aufgeworfen. Ganz neu wäre das Projekt nicht. Vor über 100 Jahren, am 9.September 1913, wurden die Strecken ZugOberägeri, Zug-Baar-Talacker, Nidfurren-Menzingen einweiht. Betreiberin war die Elektrische Strassenbahn Zug (ESZ). Von der Seite www.eingestellte-bahnen.ch wurde freundlicherweise dernuntenstehenden Text übernommen. Die abgebildeten Fotos stammen aus dem Zürcher ETH-Bilderarchiv. Um das Zuger Hinterland zu erschliessen, wurden mehrere Autobuslinien ausgehend vom Bahnhof Zug eröffnet. Die noch sehr primitiven Busse konnten jedoch den anspruchsvollen Liniendienst mit den starken Steigungen nicht bewältigen und so passsierte hier vorerst das Gegenteil vom Ueblichen, der Bus musste einer UeberlandStrassenbahn weichen. Es wurden zwei Linien erstellt, die eine von Zug SBB nach Oberägeri, die andere von Zug SBB über Baar SBB nach Menzingen.
Die Gleise lagen grösstenteils in den vorhandenen Strassen. In den Dörfern wurden schöne Stationsgebäude erstellt, welche bis heute erhalten blieben. Die Bahn diente jahrelang den Pendlern und Ausflüglern bestens und die Frequenzen nahmen von Jahr zu Jahr zu. Die Spinnereien in Aegeri und Unterägeri sorgten zudem für ein solides Frachtaufkommen. Leider war ihr Platz auf den Strassen der Falsche und so musste die Bahn nach mehreren Jahren mit Pro- und Kontra Gutachten 1953 und 1955 wieder dem Bus den Vortritt lassen Ausgangspunkt der ESZ in Zug war eigentlich der Kolinplatz, denn die Gleise vom Bahnhof SBB bis hierher gehörten der Zuger Berg- und Strassenbahn ZBB und wurden von der ESZ mitbenutzt. Immer in der Steigung verliess die Oberägeristrecke das Stadtgebiet und erreichte den Talacker wo die Strecke von Baar einmündete. Ueber den imposanten Lorzeviadukt kam man nach Nidfurren mit der Abzweigung nach Menzingen. Immer noch leicht steigend ging es nach Unterägeri und dann dem Aegerisee entlang bis Oberägeri. Ausser dem LorzetobelViadukt waren keine Kunstbauten vorhanden.
Die zweite Linie begann in Zug beim PostplatzundbefuhrdieHauptstrasse bis Baar. Dabei kam sie zwischen Zug und Baar beim ESZ Depot vorbei. Anschliessend begann es auch hier zu steigen und auf gewundener Strasse wurde beim Talacker die Linie nach Oberägeri erreicht. Gemeisam mit den Aegeri-Zügen wurde nun das Gleis bis Nidfurren benützt. Hier zweigte die Menzinger Strecke links ab und weiterhin in starker Steigung erreichte der Zug die Enstation Menzingen. Es waren keine nennnenswerten Kunstbauten vorhanden. Ab 1915 wurde infolge RollmaterialknappheitderBetriebaufderStrecke Zug SBB – Baar an die Zuger Bergund Strassenbahn ZBB übertragen, welche diese Strecke bis zur Einstellung mit eigenem Personal und Rollmaterial betrieb. Die Fahrzeit Zug SBB – Baar SBB betrug 15 Minuten, Baar – Menzingen 43 Minuten. Dabei überwand sie ein hohes Gefälle zwischen Baar (446 m.ü.M.) und Menzingen (808 m.ü.M.). 40 Jahre lang war die Elektronische Strassenbahn Zug in Betrieb. Die Zahl der Passagiere stieg von 1914 (274'396 Personen) auf 1952 (über 1,2 Millionen Personen) deutlich an. Die beiden Strecken Zug – Baar – Talacker und Nidfurren - Menzingenwurde im Mai 1953 aufgehoben. Zwei Jahre später erlitt dann auch die Strecke Zug – Oberägeri das gleiche Schicksal.
Von der Strassenbahn gibt es ausser einigen Stationsgebäuden und dem Lorzetobel-Viadukt keine Zeugen mehr. Ein Triebwagen der ESZ welcher nach der Betriebseinstellung zur OJB kam, konnte von einer privaten Gruppe 1993 nach Zug zurückgeholt werden. Er wurde anschliessend mustergültig renoviert, in seinen Ursprungszustand zurückversetzt und steht nun im Museum Zeughaus Neuheim bei Zug.
BF
Vergessene Bahnen
Die Schweiz verfügt über eines der dichtesten Bahnnetz Europas. Trotzdem wurden über 70 eigenständige Bahnen oder Telstrecken in der Vergangenheit geschlossen. Auf der Seite www.eingestellte-bahnen.ch werden diese bahnhistorisch wichtigen Betriebe nochmals vorgestellt.
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