Hochschulen
PH Zug verzeichnet erneut hohe Anmeldezahlen
Der Irankrieg führt wieder mal vor Augen, dass es auch aus Gründen der Versorgungssicherheit Sinn macht, von fossilen Energieträgern unabhängiger zu werden. Zu reden geben die Versorgungssicherheit im Winter und der Umgang mit Ertragsspitzen im Sommer. Letztere belasten unser Stromnetz stark, ohne dabei wesentlich zum Gesamtenergieertrag beizutragen. Aber das Positive zuerst: Dank Photovoltaik (PV)-Anlagen werden immer mehr Dächer und Fassaden zu kleinen Solarkraftwerken. Der damit erzeugte Strom dient der Selbstversorgung und kann bei einem Überschuss gegen Entschädigung ins Stromnetz eingespeist werden. Wenn ideale Bedingungen herrschen, entstehen auf den Anlagen gleichzeitig Leistungsspitzen, es herrscht also ein grosses Angebot, jedoch keine Nachfrage. Die Einspeisung dieser Leistungsspitzen steigert den Energieertrag nicht wesentlich, strapaziert aber unser Stromnetz stark. Zur Erinnerung: Die für die Netzinfrastruktur notwendigen Kosten tragen die StromverbraucherInnen. Ein Netzausbau darf nur dort stattfinden, wo er Sinn macht und Effizienz bringt. Ein teurer und ineffizienter Netzausbau muss verhindert werden. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Der weitere PV-Zubau ist wichtig und richtig, die Anlagen müssen aber sog. «netzdienlich» angelegt werden. Einige Ideen sind auch für Gemeinden und örtliche Elektrizitätswerke umsetzbar. Für EWs etwa der Übergang zu dynamischen Tarifsystemen, welche den Bezug und die Einspeisung zeitlich steuern. Für die Gemeinden etwa die gezielte Förderung von winterstromproduzierenden PV-Anlagen. Oder eine Nichteinspeisevergütung − so ein Vorschlag der Berner Fachhochschule −, weil damit der Netzausbau begrenzt wird. Oder man fördert den Einbau von Energie-Managementsystemen, zum Beispiel bei Sanierungen, wo sich ein solcher noch nicht rechnet. Es braucht hier also etwas Pioniergeist unter Einbezug der betroffenen Verteilnetzbetreiber. Wie gut, dass unsere Sonne unerschöpfliche und für alle verfügbare Energie bereitstellt. Nehmen wir dankbar die Herausforderungen an und setzen uns auf Gemeinde- und Kantonsebene für Lösungen ein, die eine unnötige Verteuerung des Stromnetzes verhindern, zum Wohle aller.
Alexia Renner Co-Präsidentin Grüne Hünenberg und Martin Affentranger Kantonsrat Grüne Zug
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