Zug 94
Cheftrainer Erminio Piserchia über seine neuen Aufgaben
Adrian Moos. Foto: zvg
In meiner Funktion als Kantonsrat und Vorstandsmitglied einer Wohnbaugenossenschaft beobachte ich, dass sich die Diskussion über fehlenden bezahlbaren Wohnraum auf Gesetze, staatliche Förderung und Regulierung konzentriert. Dabei wird häufig übersehen, dass auch private Eigentümer Liegenschaften bereits viel bewirken und zukünftig wichtig sind. Wer ein Grundstück oder ein älteres Gebäude besitzt, kann mit einem Verkauf an geeigneten Wohnbauträger dazu beitragen, dass auch künftige Generationen in Zug bezahlbaren Wohnraum finden.
Wer es sich leisten kann oder will, muss seine Liegenschaft nicht an den Meistbietenden verkaufen. Verlässliche Käufer sind insbesondere Wohnbaugenossenschaften, Stiftungen sowie Korporationen, Bürger- und Kirchgemeinden. Sie verfolgen keine Gewinnmaximierung, sondern schaffen und erhalten Wohnraum zu fairen Bedingungen.
Viele Eigentümer sorgen sich im Rahmen ihrer Verkaufsabklärungen, dass ihre günstige Überbauung später doch zu einem renditeorientierten Anlageobjekt wird. Gemeinnützige Trägerschaften bieten hier Sicherheit. Ihre Statuten, Reglemente oder das Wohnbauförderungsgesetz verpflichten sie, Wohnungen dauerhaft nach dem Prinzip der Kostenmiete zu vermieten. Gewinne fliessen in Unterhalt, Erneuerung und den Bau weiterer Wohnungen. So bleibt preisgünstiger Wohnraum langfristig erhalten.
Für die so verkaufenden Eigentümer bedeutet dies, dass sie nicht nur einen fairen Preis erzielen, sondern zugleich ein bleibendes Vermächtnis schaffen. Sie sichern Wohnraum für Familien, junge Erwachsene und den Mittelstand, die sich in Zug immer seltener eine passende Mietwohnung leisten können.
Die Wohnungsfrage lässt sich nicht allein durch neue Vorschriften lösen. Auch für die Umsetzung der Wohnbaustrategie 2030 des Regierungsrates braucht es private Eigentümer mit gesellschaftlichen Visionen. Natürlich respektiere ich die Eigentumsgarantie und niemand soll zum Verkauf seiner Liegenschaft genötigt werden. Eigentümer die sich aber Gedanken über die Bodenpreisentwicklung, die gesellschaftliche Durchmischung in Zug und die langfristige Wirkung seines Handelns macht, sollte das Gespräch mit den Verantwortlichen eines gemeinnützigen Wohnbauträgers suchen.
Adrian Moos
Kantonsrat FDP
Stadt Zug
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